SOMMERPAUSE

Ich bin dann mal weg.   Ein klasse Satz, wenn er so positiv gemeint ist, wie ich ihn heute nutze. Denn der Blog geht in die Sommerpau...

Ich bin dann mal weg.

 

Ein klasse Satz, wenn er so positiv gemeint ist, wie ich ihn heute nutze.
Denn der Blog geht in die Sommerpause und ich in den Urlaub.
Während ich rumreise bleibt mein Laptop artig im Ruhemodus und damit eben auch mein Blog.

Allerdings gibt's trotzdem was zu sehen. 
Auf Instagram. 
Da nehme ich euch nämlich mit nach Australien, wenn ihr mögt. 

Natürlich gibt es im September (oder Oktober, oh Gott oder November ... das sind sicher viiiiieeeele Fotos!) auch hier wieder Bilder und Berichte zu meiner Reise. 
Aber eben nur in Auswahl. Instagram hingegen plane ich zu fluten. Ha!

Australien 2015

Wer also mag, der sei herzlich eingeladen, mir auf Instagram in den Urlaub zu folgen. 
Ich verspreche auch niedliche Koalas! *gacker*

Hier lesen wir uns im September wieder. 
Auf alle Fälle zur nächsten #mitderKameradurchsJahr Challenge.

Habt einen wundervollen Sommer und genießt das Leben. 
Das ist nämlich meistens wunderbar.

Janine



Zuckerfrei oder wie? - update

Hier sind schon alle auf Abreise eingestellt. Noch ein paar Tage und ab geht der Flug. Bevor ich aber so richtig in meinen Urlaubsmodus wec...

Hier sind schon alle auf Abreise eingestellt. Noch ein paar Tage und ab geht der Flug. Bevor ich aber so richtig in meinen Urlaubsmodus wechsle (und damit auch diesen Blog in den Urlaub schicke), möchte ich euch noch ein kleines Update zum Thema "zuckerfreie Ernährung" geben. 

Nomnom, so gesund

Vor gut zwei Monaten und vor allem durch Fridas Beiträge auf 2kindchaos habe ich angefangen, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Vor allem mit dem Buch "I quit sugar" von Sarah Wilson. Gerne könnt ihr den damaligen Stand noch mal hier nachlesen.

Meine Überlegungen gingen jedenfalls am Ende dahin, dass ich das 8 Wochen Programm aus dem "I quit sugar" Buch nicht machen möchte, bevor wir in den Urlaub fliegen, zu groß die Angst, dann anschließend wieder von vorn zu beginnen. Ich plante also, mich erstmal überhaupt mit meinem Zuckerkonsum zu beschäftigen und einiges einfach wegzulassen.


Ich zitiere mich kurz mal selbst:  
"Jetzt überlege ich also erstmal, wie ich es mit dem Thema halten will und gebe mir ein erstes Ziel: Reduzieren von Süßigkeiten/mehr Verzicht auf den offensichtlichen Zucker. Bewusster wahrnehmen, was ich esse. Vor allem die Frage nach den Zuckersorten möchte ich noch klären. Was gibt's und was ist pfui bäh und was in Maßen ok?"



Soweit der Stand von Ende Mai 2017.
Ich habe aber schnell gemerkt, dass Aufschieben nicht dran ist. Ich will das JETZT ausprobieren. Ich will JETZT ran an das Thema. Und das habe ich dann auch gemacht. 


Zuerst habe ich das "I quit sugar" Buch gelesen und begonnen, Süßigkeiten nicht mehr zu essen. Also: Kein Eis, keine Schokolade. Kein Kuchen, keine süßen Teilchen. Kurzerhand auch keine Marmelade und kein Sirup mehr aufs Frühstücksbrot. Keine zuckerhaltige Müslimischung. Und auch keine Limos und Säfte mehr. Auch habe ich alles, was aufgelisteten Zucker enthält gestrichen. Das betraf vor allem fertige Soßen und Pestos oder manche pikante Aufstriche.

Außerdem habe ich mir "Gesund kochen ist Liebe" und "Gesund backen ist Liebe" von Veronika Pachala gekauft. So als anderen Zugang. Dort geht es zwar nicht zuckerfrei zu (alternative Süße und Obst werden verwendet), aber dennoch gesund.


Alle drei Bücher habe ich durchgelesen/durchgeblättert und dann angefangen, mich zu sortieren. Wie soll das nun aussehen? Was esse ich nicht mehr? Kein Obst? Kein Honig? Was ist mit Essen auswärts? Versteckter Zucker als Würze zB.?

Der Verzicht auf Extra-Süßes (also Naschkram und Co) fiel mir erstaunlich leicht. Das habe ich schonmal gemacht und meine Erfahrungen damit. Klar bin ich auch manchmal rumgetigert im Haus und wollte Süßes. Aber ich habe es durchgezogen, bis heute. Auch wenn es momentan nicht leicht ist. Weniger wegen des Japs auf Süßes, sondern weil sich immer öfter einschleicht, dass es doch nun gut sein könnte und ich wieder Marmelade essen will. Dieses Thema "Marmelade" aka "Frühstück" ist und bleibt meine größte Hürde.

"Was ess ich bloß zum Frühstück?" - eine Standardfrage jeden Tag seit Wochen.
Denn normalerweise esse ich morgens was vor meiner Nase steht. Süß. Ohne bewusst zu entscheiden. Irgendwas. Denn ich bin müde und grummelig. Und am Wochenende gab es immer weiße Brötchen mit Süß. Das fiel jetzt alles weg. Also nicht die weißen Brötchen, die gab es anfangs schon noch, aber sie schmecken nicht ohne Honig oder Marmelade. Gesund sind sie ohnehin nicht, aber ich wollte erstmal die Kirche im Dorf lassen. Inzwischen esse ich lieber Körnerbrötchen, die schmecken auch mit Käse.
Baguette mit gegrilltem Gemüse statt Schokobrötchen

Ich musste also anders frühstücken lernen. Oft esse ich jetzt nicht mehr gleich mit den anderen mit, sondern halte mich am Kaffee fest, bis ich weiß, was ich essen möchte. Das hat weniger mit dem Zuckerverzicht zu tun, als mit der Erkenntnis:

Ich esse einfach nur ohne Wertschätzung, ohne Denken. 
Hauptsache es ist was im Bauch.

Das fand ich sehr aufschlussreich. Wieso mache ich das? Wie ferngesteuert irgendwa in den Mund schieben? Also mache ich jetzt morgens sehr viel langsamer und warte, bis das Denkorgan arbeiten kann.

Granola mit Beeren und Joghurt

Wenn es schnell gehen soll, dann esse Granola mit kalter Milch oder Joghurt. Das Rezept habe ich von Veronikas Blog Carrotsforclaire. Ich variiere es immer wieder. Was ich halt da habe und was mir schmeckt. Ich mag zum Beispiel lieber gepufften Dinkel als Amaranth. Diese Minikrümel im Mund sind nicht so meines. Kokosraspel lieber als -flocken und Erdmandeln gibt's auch nicht. Den Ahornsirupanteil habe ich auf 1 EL statt 3 EL pro Blech reduziert. Das ist so ok für mich.
Übrigens kann man die Granola auch mit warmen Wasser übergießen, kurz quellen lassen und dann nen Löffel Joghurt drauf tun, schmeckt auch sehr gut.

Momentan verzichte ich nicht auf Obst, sondern schöpfe die Beerenzeit voll aus. Und ich habe mir auch schon ein halbes Brötchen mit Honig gegönnt (und nicht gemocht!). Denn mir ist eines ganz wichtig:

Ich habe mich dafür entschieden, so zu essen. 
Das ist meine Entscheidung.
Ich bin frei darin, sie wieder zu ändern.

Dieser Grundsatz ist das, was mich bestärkt. Alle meine Essensentscheidungen sind freiwillig. Kein Muss! Mein Sohn fragte mich neulich: "Isst du auch ein Eis mit? Ach nein, du darfst ja nicht." und ich korrigierte ihn: "Ich darf schon. Ich will aber nicht. Das ist ein Unterschied."

Das ist es, was wichtig ist. Ich verbiete es mir nicht. Ich erlaube mir, mich so zu entscheiden. Im Jetzt. Weil ich es will.

Deswegen habe ich auch schon ein paar Radler getrunken in den letzten Wochen. Weil ich genau da grad ein Radler wollte. Mit dem Gefühl, dass das jetzt so ok ist. Ich muss aber zugeben, dass dies dazu führte, dass mein Wunsch nach Süßem wieder mal hochkam. Es ist halt doch ein Gewohnheits- und Suchttier, das Zuckermonster.

Was die Bücher betrifft: Ich habe kaum etwas daraus gekocht. Allerdings sind viele gute Anregungen in den Büchern enthalten und ich plane auf jeden Fall, ein paar Sachen zu probieren. Ich bin aber keine gute Köchin (also ich kann kochen, aber die Lust, die Lust ...) und so bleiben Ideen oft Theorie.

Unser warmes Essen ist zu 90% eh zuckerfrei und ich musste mir nur bei ein paar Dingen Gedanken machen, z.B.: Ketchup, Pesto oder Pfannkuchen. Die ersten beiden habe ich zuckerfrei selbstgemacht. Ne, das stimmt nicht. Den Ketchup habe ich mit Ahornsirup gepimpt. Ein bisschen. Wirklich bisschen. Das ist immer noch besser als die Variante aus dem Supermarkt mit 11-23% Zucker pro 100g. Aber Pfannkuchen gehen hervorragend ohne Zucker. Der neutrale Teig wird als Pfannkuchen durch meine Kinder eh in Zucker ertränkt, was soll ich ihn dann noch extra süßen? Und ich esse dazu Obst oder zuckerfreien Apfelmus.


So, und das bringt mich zu einem anderen Aspekt: Ist das dann "echtes Zuckerfrei?"
Soll ich euch was verraten? Es ist mir wurst. Denn es ist mein Weg zu einem gesunden Leben. Und ob der nun in eine Schablone passt, ist mir herzlich egal.
Ich habe keine Lust und übrige Energie für Diskussionen, ob alternative Süße ok ist oder nicht, ob Obst/Tomaten gut sind oder nicht.
Dazu ist mir mein Leben zu wertvoll. Ein Austausch ist immer gut, Belehrungen nur Kontraproduktiv und haben oft ein Geschmäckle.

Denn am Ende entscheide ich für mich, was meine Ernährung sein soll. Und ich möchte für mich damit zufrieden sein. So einfach ist das.
In Sarah Wilsons Buch klingt immer wieder folgendes heraus:

 "Es ist kein Verzicht, es ist ein Zugewinn."  

Ich gebe nichts auf. Ich packe Gesundheit in mein Leben. Und es ist eine freie Wahl. Das fand ich einen wunderbaren Ansatz. Sich auch nicht schämen, wenn man was ungesundes isst, sondern einfach weiter machen mit dem guten Essen.

Liebe dich und sei nachsichtig mit dir.

Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Sich selbst lieben, nachsichtig sein, verzeihen. Wir sind unsere schärfsten Kritiker. Wenn wir ein Vorhaben haben und dann etwas "falsch" machen, zermürben wir uns daran oder geben gleich auf, anstatt zu sagen: "Ja, so war das jetzt. Hat es mir gut getan? Oder erkenne ich, so toll war es gar nicht?" Sich selbst mit liebenden Augen betrachten und einfach weiter machen mit dem, was man lange so gut gemacht hat.

Auch ein Ansatz von Veronika Pachala hat mir geholfen. Denn oft steht man erstmal da und dankt: "Wtf, wie soll ich das bitte meistern? Das ist so schwer!" Dazu schreibt sie (im Blog oder Buch? Ich weiß es nicht mehr) sinngemäß:

"Pack dir einfach immer eine extra Portion Gemüse dazu."

Und das fand ich einen einfachen und tollen Einstieg.
Erhöhe einfach den Konsum der gesunden Dinge, verringere die ungesunden. Das ist ein Schritt nach vorne. Bewusst zum Abendbrot noch eine Paprika aufschneiden, eine Möhre schnappen, wenn der kleine Vormittagshunger kommt, eine Gemüsesorte mehr ins Mittagessen ... ist doch eigentlich ganz leicht, oder? Ich liebe solche simplen Augenöffner. Fang klein an. Nicht gleich auf 100. Beginne positiv, indem du was dazu tust. Beginne nicht mit dem Wegnehmen.

Avocao-Brot, Grillkäse, Rohkost und selbstgemachter Kräuterquark
 
Übringens gibt es schon ein paar Leckereien, die man sich gut zuckerfrei (aber mit Obst) machen kann. Ich kann in Sachen Eis zum Beispiel nur "Nicecream" empfehlen. Das ist Eis basierend auf gefrorenen Bananen. Mein erstes Rezept hatte ich von der Webseite grünesmoothies und war begeistert. So für die heißen Tage an denen man doch ganz gern mal ein Eis essen wollen würde.
Wer es fruchtig-wassereisig mag, dem empfehle ich, einfach Obst zu pürrieren und in Eisbehältern einzufrieren. Wir haben diese Silikonschiebetüten (für Wassereis) und so habe ich zB Melone pürriert und eingefroren.

Melonen Wassereis

Und wenn man Reismilch unter die reguläre Milch mischt beim Vanilleeis machen, kann man das Süßen auch weglassen. Jedenfalls wenn man wieder an das leicht Süße gewöhnt ist. 

So. Das war jetzt suuuper viel Text. Was für Erfahrungen habt ihr so gemacht? Habt ihr geniale Tips oder Webseiten mit Rezepten? Oder findet ihr das alles doof? Habt ihr besondere Hürden die euch schwerfallen?
Denkt ihr vielleicht auch über einen Ernähungswechsel nach? Oder seid ihr glücklich mit eurem Weg?

Machen wir uns das Leben nicht schwer. Ich will hier niemanden motivieren, umzusteigen. Mir sind auch Untersuchungen egal, ob jetzt Zucker oder Fleisch oder Pusteblumen möglicherweise für bestimmte Krankheiten verantwortlich sind. Ich glaube lediglich, dass wir bestimmte Sachen nicht essen müssen, um gut und gesund zu leben. In kleinen Maßen kann der Körper aber extrem viel ab. Nur fällt mir Maßhalten einfach sehr schwer. Ich kann nicht nur mal ein bissen Süßes essen. Also versuche ich es zu lassen.
Meine Familie aber isst weiterhin Zucker. Weniger, weil ich ja zuckerfrei koche. Aber es gibt normales Eisdieleneis im Sommer, es gibt Schokocreme am Wochenende, Süßigkeiten. Ich lebe vor, was ich glaube ohne sie zu nötigen, diesen Weg mitzugehen. Deswegen ist mir wichtig, dass sie verstehen: Ich WILL so leben, ich MUSS es nicht. Es ist meine freie Entscheidung und keine Folter.
Wir gehen jetzt erstmal in den wohlverdienten Urlaub und ich bin gespannt, wie es mir dort ernährungstechnisch geht. Und noch gespannter bin ich auf die Rückkehr. Denn dann möchte ich noch ein paar Dinge angehen. Das Thema Brot zum Beispiel. Und Backen mit alternativer Süße. Ich finde, dafür bietet sich der Herbst dann einfach an. Mehr selbermachen möchte ich auch (Frischkäse habe ich schon erfolgreich hergestellt).

selbstgemachter Obazda mit extra Gemüse

Aber jetzt chille ich erstmal und lasse es mir gut gehen. Und sehe gelassen in die nahe Zukunft. Denn ich weiß: Es ist meine Entscheidung. Jeden Tag.
In diesem Sinne,
lasst es euch gutgehen und lasst euch nicht unter Druck setzen. Ihr seid die Herrscherinnen über euer Leben. Es sind eure Entscheidungen. Und lasst die "das muss so und so" Schulbladen zu.

Verlinkt zum Freutag.

 Janine

Hippie Stickerei - Als Anfängerin trotzdem aus dem Vollen schöpfen

Ich bin sicher, ihr kennt das auch: Auf Instagram, Pinterest oder wie auch immer gearteten Kanälen seht ihr etwas total geniales, ein ob...


Ich bin sicher, ihr kennt das auch: Auf Instagram, Pinterest oder wie auch immer gearteten Kanälen seht ihr etwas total geniales, ein obercooles DIY Projekt, ein kreatives Superding und ihr denkt "Das will ich auch!!!" In dem Moment ist die Tatsache, dass ihr das möglicherweise gar nicht könnt, weil noch nie gemacht völlig irrelevant und ihr seid nur getrieben von der Faszination, etwas in der Art herzustellen, auszuprobieren.


Das ist meiner Meinung nach der beste Antrieb. Machen wollen, egal, ob man das schonmal gemacht hat oder nicht. Dieser Wunsch, dieser Wille, der ist es, der uns dazu bringt Neues zu probieren, gewohnte Wege zu verlassen und einfach mal dem Trieb zu folgen.

So ist es mir die letzten Wochen gegangen. Immer wieder, vor allem bei Andrea von Liebedinge, habe ich seit einiger Zeit Bilder von unfassbar schönen Stickereien gesehen. Stickereien, die mit meinem "Kreuzstich, wir machen mal ein Kissen mit dicker Wolle" Schultrauma, ü-b-e-r-h-a-u-p-t-n-i-x zu tun hatten. Sondern Embroidery. Kunststicken, beispielsweise auf Kleidung. Pimp my clothes quasi. Wunderschön. 


Derzeit liegen diese Kleidungsstücke auch so im Trend, dass man sie überall in den Geschäften und im Netz findet. Und wehe, man öffnet die Suchfunktion bei Pinterest ...

So angefixt lief ich eine Weile umher, bis folgendes passierte: Ich habe mir die Sommer.Bluse von Lenipepunkt genäht, testweise aus weißem Stoff, der dann doch wesentlich durchscheinender war, als ich am Anfang wahrhaben wollte. So wollte ich nicht draussen rumlaufen. Allenfalls vielleicht am Strand, aber dafür war sie zu kurz. Und genau da machte es klick. Ich muss sie besticken. Es hilft alles nix. Und wenn das nix wird, dann ist es nur halb so schlimm, weil ich das Shirt eh nicht anziehen tät so durchscheinend. Überhaupt, wer nicht wagt, der nicht gewinnt!


Das ich in Handnähen eine Niete bin? Geschenkt! Ich kann, das ist wirklich wahr, kaum eine grade Naht von Hand nähen, kenne keine Stiche, muss jedes Mal wieder den "Matratzenstich" suchen, weil er nicht hängenbleibt in meinem Kopf und vermeide Handnähte, wo es nur geht. Zu langwierig, zu ungenau, bäh.

Ausgerechnet ich will also sticken.


Als erstes habe ich mir ein Stickbuch gekauft. Und zwar die "Embroidery Stitch Bible" von  Betty Barnden. Dort sind über 200 Stiche illustriert. Genau das richtige für jemanden, der grad mal halbwegs gradaus Handnähen kann. Ausserdem habe ich mich durch Pinterest gewühlt auf der Suche nach Inspirationen und Anleitungen. Denn als erstes wollte ich wissen, wie man das nun macht mit dem Sticken. Einfach drauf los? Was brauch ich denn?

Durch Andrea bin ich bei Christinaa gelandet, die ein paar Anleitungen parat hat und bei der ich auch gut sehen konnte, was man alles braucht. Den Stickrahmen hatte ich schon von meiner Oma vor Jahren bekommen, die keinen Gebrauch mehr für ihn hat. Also fehlten vor allem Sticktwist und Nadeln. Beim Suchen fand ich heraus, dass man 6fädigen Sticktwist auch teilen kann, dann sind die Stränge feiner. Auch, dass man Nadeln mit Spitze braucht für Modestoffe. 


Da tut sich echt ein neues Universum auf. 
Mir war wichtig, dass mein Motiv zu 100% von mir kommt, also keine Kopie aus dem Netz ist. Also musste ich erstmal eine Vorlage erstellen. Da der Stoff so durchscheinend war, konnte ich einfach ein Bild auf Papier vormalen und es unter den Stoff legen zum abpausen.
Wenn der Stoff nicht duchscheinend ist, muss man sich andes behelfen. Zum Beispiel mit wasseröslichem Stickvlies auf dem man das Motiv übertragen hat und dass man auf den Stoff legt und durchsticht. Oder aber man überträgt das Motiv per Schneiderkopierpapier von Vorlage auf Stoff. 


Also begann ich, eine Zeichnung zu erstellen. Ganz oldschool per Hand auf Papier. Ich habe ein die Zeichnung so gestaltet, dass es für eine Hälfte des Shirts reicht. Um die gegengleiche Seite auch zu besticken habe ichmein Motiv einfach spiegelverkehrt auf der Rückseite der Papiers durchgepaust. Dazu drückt man einfach das Blatt gegen die Fensterscheibe und kann dank Gegenlicht die Linien abzeichnen. So konnte ich das Bild auf beiden Seiten der Shirtvorderseite übertragen und in der Mitte an der Überlappung etwas anpassen.

Fürs Übertragen auf den Stoff habe ich mir wasserlösliche Stoffmakierstifte gekauft, in der Hoffnung, dass sich alle Makierung auch wirklich wieder auswaschen lässt. Ihr könnt euch denken, dass ich echt froh war, dass der versprochene Fall eingetroffen ist und man nix mehr sieht nach der Wäsche.


Nachdem das Bild auf dem Stoff war, hieß es Stück für Stück Stoff in den Rahmen spannen und sticken. Ich habe 3fädigen (also geteilen 6fädigen) Sticktwist genommen und eine dünne Nadel. Und folgende Stiche:

Für die Blumen den Magaritenstich, den Plattstich und den Knötchenstich.
Für die Blätter den Plattstich.
Für die Stiele den Rückstich


Das sind für mich die anfängerfreundlichsten Stiche überhaupt. Man bekommt schnell Erfolgserlebnisse auch ohne eine meisterhafte Handarbeiterin zu sein. Und auch wenn meine Stickerei - und das weiß ich - nicht perfekt ist, dafür, dass es mein Erstlingswerk ist und ich keine übergroßen Fertigkeiten besitze ist es einfach grandios. Es macht einfach unglaublich was her.  Und durch das Unperfekte ist es noch mehr Hippiestyle. 


Ich jedenfalls bin schwer verliebt. Die erste Wäsche hat das Shirt auch schon hinter sich. Und alles hat gehalten. Da hatte ich dann doch die meiste Angst, dass die Fäden sich lösen. Ich denke, irgendwann werden sie es evtl auch tun, denn ich habe einen eklatanten Fehler begangen, von dem ich schon wusste, dass es falsch ist, als ich es tat: Ich habe die Enden verknotet. Den Fehler habe ich damals schon am Anfang meiner Strickkarriere begangen und diesmal glatt wiederholt. Jetzt ist es halt wie es ist und ich wasche das Shirt vorsichtig im Schonwaschgang und im Wäschenetz. Aus Fehlern lernt man.


Gebraucht habe ich für das Sticken eine Woche. Eine doch überschaubare Zeitspanne. Vor allem, weil mich das Sticken massiv entspannt hat. Dachte ich noch zu Beginn, mich da durchquälen zu müssen, habe ich schnell gemerkt, wie mich dieses "ausmalen" mit der Nadel entspannt. Währen mich Handnähen stresst, war das wie Wellness für die Seele. Ich glaube, das liegt am Entstehen von wunderschönen Bildern durch meditatives Nähen. Vielleicht wäre ich eine gute Gobelinstickerin gewesen im 14. Jahrhundert :D 


Mein nächstes Ziel ist es, genauer zu Sticken und ein paar neue Stiche zu lernen. Ich habe da nämlich noch eine langweilige Jeansjacke und bald ist Herbst. Mal sehen, was mir dazu einfällt.
Und wenn jemand einen Stickkurs für solcherlei Stickerei im Raum München weiß, bitte melden. 

Hier noch meine Materialliste mit Bezugsquelle - für alle, die noch suchen und nicht wissen wo. Ganz ohne Vorteile für mich. Aber manchmal brauchts mal einen "bekommt man da und dort" Hinweis:

Stickrahmen - geerbt (bekommt man aber auch beim unten genannten Shop und anderswo)
Sticktwist (Set "Frühling")
Nadeln mit Spitze
Wasserösliche Makierstifte (2er Set für helle und dunkle Stoffe)

Bis auf ersteres habe ich alles Material bei Buttinette gekauft. Weil sie schnell liefern und günstig sind, was mir bei Erstexperimenten wichtig ist. Ob der Twist jetzt qualitativ gut ist, kann ich nicht sagen. Ich konnte damit super arbeiten. Aber ich habe in Sachen Qualität von Stickgarnen keinerlei Erfahungswerte. 

Ansonsten brauchte ich kein Vlies oder Schneiderkopierpapier. Lediglich ein Blatt Papier, Bleistift zum Vorzeichnen, Fineliner zum Nachzeichnen um eine Vorlage zu erstellen. Vorlagen und Ideen finden sich zu Hauf aber auch auf Pinterest.

Da ich keinerlei Erfahrungen mit Sticken hatte, bevor ich das Shirt angefangen habe (mein Kreuzstickdesaster in der 5. Klasse zählt nicht), und auch sonst was Handnähen angeht weniger talentiert bin, kann ich euch nur Mut zusprechen und raten: Probiert es aus. Übt an etwas, dass euch im Falle eines Fehlversuchs nicht schmerzt und seid experimentierfreudig. Es muss nicht perfekt aussehen, gerade Stickerei kann auch lässig chaotisch sein. Fein und exakt kann man dann immer noch machen.

Herzlich,
Janine 


Verlinkt zu Rums.