Angelina Durless (Madam Red) - Das erste Mal Cosplay. Oder wie gut, dass Mama nähen kann

Mein Teenagermädchen entwickelt einen spannenden Geschmack und interessiert sich außerdem für ziemlich abgefahrene Sachen. Zum Beispiel ...


Mein Teenagermädchen entwickelt einen spannenden Geschmack und interessiert sich außerdem für ziemlich abgefahrene Sachen. Zum Beispiel japanische Comics, Cosplay und japanischen Baby Metal. Da lernt man als Eltern noch dazu. Aber zumindest "Kostüme" sind mir nicht fremd, bin ich selbst doch mal eine Weile am Rand der Gothic Szene gewandelt. 

Nun wollte sie schon 2016 auf die ANIMUC gehen, konnte aber nicht, weil wir zu der Zeit auf Kur waren. Logisch, dass der 2017er Termin daher sofort geblockt wurde und sie fleißig gespart hat, um sich entsprechend zu kostümieren.

Eigentlich wollte sie sich ein mittelteures Kostüm aus dem Netz kaufen. Das Geld war auch schon überwiesen und wir warteten auf die für März angekündigte Ankunft. Leider wurde dann ohne Angabe von Gründen das Geld zurück gebucht und die Bestellung storniert. Was für ein Schock. Da stand sie da, ohne Kostüm.
Ihr wisst sicher, was dann kam. Schließlich kann man bei solchem Leid nicht zuschauen und in einem schwachen Moment mütterlicher Liebe versprach ich, das Kostüm zu nähen. Ist jetzt nicht so mein Steckenpferd, aber was tut mutter nicht alles ... 


Also suchten wir im Netz nach einem Schnitt, der dem Kostüm am nächsten kam. Eine gezeichnete Kostümvorlage fand sich zum Glück auch im Netz. Fündig geworden sind wir dann mit dem Butterick Schnitt B6305.
Hier seht ihr die eingezeichneten Änderungen, die ich vornehmen musste. Front und Rückenpartie mussten etwas verändert werden, das Läppchen am Pöppes kam weg, dafür brauchte es eine Schleife. Auch die Rüschenpartie am Rock musste etwas verändert werden, und ein Kragen musste her. Alles in Allem aber kein so großes Problem. Ärmelrüschen und Schaltuch waren auch recht schnell genäht und weil das Kostüm maximal zwei mal getragen werden wird (ausser Tochterkind wächst oh Wunder nicht mehr), habe ich auch auf Futter verzichtet. 


Fehlen durfte am Schluss natürlich auch nicht die roten Haare. Aus Kostengründen (sie zahlte alles selbst, sämtliches Material!) entschied sich meine Tochter für die günstige Faschingsperücke von Buttinette. Diese habe ich vorsichtig unter Schnittbogenpapier gebügelt und dann zugeschnitten/frisiert. Nicht 100% super, aber für ein erstes Mal gut genug. Sogar Lippenstift hat sie aufgetragen. Etwas, was sie gar nicht mag. 

Ich zeige euch jetzt ein paar Detailbilder. Für den Fotoshoot waren für früh draussen. Denn sie und ihre Freundin sind schon um 7:30 gestartet. Dass ich fürs Anziehen und Perücke aufsetzen extra aufgestanden bin am Sonntag ist nur einem Zustand zuzuschreiben: Mutterliebe
Im Gegenzug durfte ich Fotos machen, mit Gesicht. Etwas, was mein internetskeptisches Kind nicht oft erlaubt. Aber sie war so glücklich und dankbar, dass ich ihr Kostüm genäht hab, da habe ich den Freibrief für alle sozialen Medien bekommen. So glücklich war sie.


Hier kann man die Rüschenärmel gut sehen. Ich hatte überlegt, ob eine echte Bluse sinnvoll wäre, habe mich aber dagegen entschieden, da es doch eher warm ist auf solchen Veranstaltungen. Also habe ich die Rüschenärmel einfach nur unten in den Ärmelsaum genäht. Von Hand. *ächz* 


Sowohl in den Ärmeln als auch am Tuch habe ich den Abschluss mit einer Baumwollspitze eingefasst. Sieht doch gleich viel netter aus. Das Kleid macht eh eine sehr schmale und taillierte Figur. Verrückt, wie solche Kleider wirken. Toll ist auch, dass das Oberteil einfach nur mit Schrägband eingefasst wird. Man muss so nichts umlegen. Einfach Einfassen und fertig. 


Unten dann die beiden Rüschenreihen. Es hätten ruhig auch drei sein können oder größer, aber der Stoff war leer. 6 Meter rote Baumwolle - alles weg. Ohne jegliche Zuschneidefehler. Einfach nur reiner Verbrauch. Wahnsinn, was das Kostüm schluckt. Die Schuhe sind übrigens nicht stilecht. Aber wer mag schon mit 13 auf Absätzen rumturnen? Und die Ballerinas können so im Mai noch für die Konfirmation herhalten. Ist ja viel wert, öfter tragbare Schuhe zu finden. Besonders wenn man, wie Tochterkind, schon Schuhgröße 41/42 hat.


Hinten habe ich, wie schon gesagt, den Schnitt ebenfalls verändert. Statt langer Rücken brauchte es einen Einschnitt, damit die Schleife am Po Platz hat. Nachdem ich den Rock soweit fertig hatte und einen schönen Reißverschluss in die hintere Mitte genäht hatte, fiel mir auf, dass ja die Schleife auch noch dran muss und ich nun eine Lösung brauche, die es ermöglicht, den Rock zu öffnen und trotzdem eine Schleife in der Mitte zu haben. Was half: einen KamSnap an die Schleife zu befestigen und diese damit am Bund zu knöpfen. Passt, sitzt und hat Luft.


Auch vorne musste ich den Schnitt verändern. Statt gerader Abschluss musste eine Überlappung mit Spitzen her. Und doppelreihige Knöpfe. Dank der Näherfahrung, die ich inzwischen habe, ging das ganz gut.  Ich habe dafür das Schnittmuster vorab angepasst und neu abgepaust. 
Am lustigsten fand ich ja diese komische Schürze vorne. Was auch immer der Sinn ist, es ist schon sehr witzig. Aber es macht irgendwie auch was her. Der dreiteilige Stoff wird durch die Faltung, die dann in den seitlichen Nähten des Rocks vernäht wird, in Position gebracht. Ich meine, an Originalkleidern der Epoche war der Bogen regulierbar. 


So viel zu den Details. Alles in Allem habe ich mehrere Tage genäht, immer in Etappen, verteilt über zwei Wochen. Die Materialkosten lagen bei um die 50€, meine Arbeitszeit wurde in Schokolade und strahlendem Lächeln bezahlt. Die Tochter ist glücklich und ich beeindruckt von mir und meinem Kind, dass so spannende Hobbies hat. Es folgen noch ein paar  Fotos vom kompletten Ensemble. Obwohl es 7:00 Uhr morgens war an einem Sonntag (!) hatten wir sehr viel Spaß beim Shooting. Und das Teenagerkind war erstaunlich wach für die Uhrzeit.





Mein Fazit?
Ein Kostüm nhen ist kein Hexenwerk. Aber auch nichts, was ich jetzt regelmäßig machen möchte.
Es ist toll, sein Kind so glücklich zu sehen.
Es ist cool zu sehen, was man so alles kann, wenn man will.
Ich liebe dieses coole, verrückte Mädchen.

Geflashte Grüße

Janine


Verlinkt zu Creadienstag, Teenspoint und Handmade on Tuesday


Mit der Kamera durchs Jahr: Bildbearbeitung (April)

Hui, nun hätte ich um ein Haar meine eigene Linkparty vergessen. Wobei - vergessen stimmt nicht ganz, ich dachte lediglich, da wäre noch me...

Hui, nun hätte ich um ein Haar meine eigene Linkparty vergessen. Wobei - vergessen stimmt nicht ganz, ich dachte lediglich, da wäre noch mehr Zeit. Aber ups, nein, es ist schon wieder soweit und der April neigt sich dem Ende. Und wie immer in der letzten Woche jeden Monats ist es Zeit, die Ergebnisse des jeweiligen Themas zu zeigen.

Im April drehte sich alles um das Thema "Bildbearbeitung" 


Was nutzt ihr für Programme? Berbeitet ihr an der Kamera oder mit einem Programm? Nutzt ihr freie Programme aus dem Netz oder habt ihr zum Beispiel Photoshop oder Lightroom?

Ich kann mich immer noch nicht durchringen, Photoshop zu kaufen. Dass ich monatlich dafür zahlen muss, nervt mich. Und bisher kam ich meist mit Lightroom aus. Einzig, dass man dort keine Dinge/Menschen aus dem Bild entfernen kann, stört mich bisher. 
Wie sieht das bei euch aus? Photoshopper hier? Seid ihr überzeugt und was sind eure liebsten Features?

Ich bin also mit Lightroom unterwegs und komme damit soweit klar. Zugegebenermaßen verändere ich Bilder sehr selten extrem am Rechner. Meistens ist es eine Verbesserung in der Belichtung hier, ein Ausschnitt da, einen Hauch mehr Farbe dort. Fertig. Dabei bietet Lightroom ja doch ein paar Spielereien. Die Farb- und Effektvorgaben zum Beispiel sind schon neckisch. Und auch der Verlaufsfilter ist eine feine Sache. 

Hier habe ich mich mal an einer Mischung versucht. Links seht ihr das original Foto. Rechts habe ich zuerst eine Crossentwicklung gemacht. Diese habe ich dann bearbeitet und mit dem Verlaufsfilter gespielt. Außerdem habe ich mit dem Korrekturpinsel über das Tor gestrichen und mit Temperatur, Belichtung und Schärfe ein wenig experimentiert. So wirkt alles viel älter und schäbiger, dadurch aber auch interessant - finde ich.

Beim zweiten Versuch habe ich mir ein Bild gewählt, dass mir eigentlich im Orignial (links) schon richtig gut gefällt. Aber ich wollte mal sehen, was passiert, wenn ich es bearbeite. Um einen anderen Blick auf das bild zu bekommen, habe ich es erstmal in b/w konvertiert. Und dann dort am Schatten und Licht gedreht. So habe ich die beiden Fußabdrücke im Radial-Filter ausgewählt und sie im Vergleich zum Rest schärfer und kontrastreicher gestaltet. Mit dem Korrekturpinsel habe ich dann die linke Seite des Bildes aufgehellt und so auch den länglichen Schatten verringert. Ich finde diesen Effekt, gepaart mit b/w sehr schön.

Mein größtes Aha-Erlebnis hatte ich allerdings schon beim ersten ernsthaften Versuch, mit Lightroom mehr zu machen, als Verbesserungen.
Da habe ich nämlich erstmals die Möglichkeiten des Radial-Filter entdeckt und war richtig hin und weg. Links das Original, rechts ausgeschnitten und mit Radial-Filter bearbeitet. Ist das nicht cool?

Hier all drei neu bearbeiteten Bilder noch mal in groß:





Jetzt bin ich auf eure Bilder gespannt. Was habt ihr gemacht, womit habt ihr rumgespielt? Hattet ihr auch Aha-Erlebnisse? Ich bin gespannt, welche Programme ihr verwendet. Erzählt doch mal von euren Erfahrungen.  
Verlinken könnt ihr euch rund ums Thema Bildbearbeitung bis zum 31.4.2017 um 23:55 Uhr. Ich freu mich!



Ich denke mir Australien #1

Australien - noch gute 103 Tage bis Ankunft.  Glaubt mir, ich freu mich seit so langer Zeit wie ein Schnitzel auf den Sommer. Der Flu...



Australien - noch gute 103 Tage bis Ankunft. 
Glaubt mir, ich freu mich seit so langer Zeit wie ein Schnitzel auf den Sommer. Der Flug ist gebucht und die Pläne stehen grob. Bruder besuchen, Rundreise, Zeit haben, Meer sehen. So in etwa soll es aussehen. Nach meinem Mann soll es ausserdem eine "once in a lifetime"  Reise werden, also nix mit sparen sondern mitnehmen, was man mitnehmen kann, wenn man schonmal am "anderen Ende der Welt" ist. Sagt der Schwabe und hat vermutlich recht.


Ich habe neulich sogar meinen ersten Paniktraum gehabt. Bei großen, wichtigen Ereignissen bekomme ich solche Träume immer. Ich träumte, wir wären kurz vor Abreise und hätten weder unser Urlaubsgeld bekommen noch den Camper gemietet. Was für ein Traum.

Um mich wieder auf gute Gedanken zu bringen, nähe ich also schnell mal was für die Reise. Der Schnitt ist von Brigitte Heitland und findet sich auf dem Bernina Blog. Ganz für umme. Wie toll! Ich habe ihn gar nicht nach Anleitung genäht, sondern so, wie ich alle dünnen Stoffhosen nähe. Daher habe ich auch kein Bindebändchen (obwohl das wirklich schick aussieht), sondern nur ein schnödes Gummiband im Bund. Trotzdem passt alles. Als kleines Extra habe ich mir noch Taschen vorn aufgenäht. Denn irgendwas kleines habe ich immer zum Verstauen. Und sei es nur der Objektivdeckel meiner Kamera. Oder eben meine Hände.


Für euch schlüpfe ich heut sogar in meine neuen Shorts und schieße ein paar Sommerfotos mit Käsebeinen bei 0 Grad. Draussen schneit es. Es SCHNEIT. Dann muss man sich Meer, Sand, Sonne und Sommer (ok, Australischen Winter) halt dazu denken. Geht alles.

Denn obwohl es im August und September Winter ist in Australien, rechne ich mit Wärme. Sicher keine 35 Grad wie im Februar 2015, als ich alleine dort war. Aber sicher über 20 Grad. Und da es uns eh in den australischen Norden zieht, sehe ich nur gutes Wetter auf uns zukommen. Ich hab es ja eh nicht so mit >30 Grad und bei 22-26 Grad kann man als Norddeutsche gelassen von Sommer sprechen. 


Ob ich dann tatsächlich so kurze Shorts trage, wie das Wetter im August sein wird oder ob ich sie nicht eher in Deutschland trage, wenn uns 2017 möglicherweise ein paar heiße Tage im Juni/Juli beschehrt - wir werden sehen. Ich freu mich jedenfalls drauf und bekomme auch jetzt schon Lust Wärme und den Sommer, wenn ich meine Shorts sehe.

Für kleinere Reste schöner Webware ist der Schnitt übrigens super. Man braucht ja nicht viel Stoff. Vielleicht mach ich mir auch noch ein paar schöne Sommer Schlafshorts? So langsam haben die ollen alten echt ausgedient.

Herzlich.

Janine

Verlinkt zu RUMS