Mittwochs mag ich: Morgentau und Nebelschleier Ich liebe den Herbst. Eigentlich liebe ich alle Jahreszeiten. Ich bin ein Jahreszei...

Morgentau und Nebelschleier

07:45:00 Janine 1 Comments




Mittwochs mag ich: Morgentau und Nebelschleier

Ich liebe den Herbst. Eigentlich liebe ich alle Jahreszeiten. Ich bin ein Jahreszeitenmensch. Ewig das Gleiche, das möchte ich nicht. Am liebsten von allen vier Jahreszeiten mag ich die beiden, in denen alles im Werden und Vergehen ist. Namentlich den Frühling und den Herbst.

Im Frühling beginnt langsam, und nur für aufmerksame Beobachter, das Leben wieder sichtbar zu werden. Die ersten Knospen sprießen, ganz klein und fein. Alles wird neu. Und doch kommt immer wieder ein Stück Winter zurück, bis der Frühling ganz die Oberhand gewinnen kann.
Im Herbst verändert sich die Natur ebenfalls. Vom schwer lastenden Sommer wandelt sie sich in eine wechelhafte Welt voll Sonne, Farbe, Wärme, Nässe, Kälte und Grautöne. Denke ich an den Herbst, so denke ich zuerst an die bunten Blätter, die Kastanien, das Drachen steigen lassen.



Aber da sind auch die kahlen Felder, er (morgendliche) Nebel, die Nässe und die Dunkelheit beim Aufstehen. Der Herbst ist wandelbar. Alles kann passieren im Oktober. Erster Schnee und 25 Grad. Bunte Blätter und kaum Sicht beim Autofahren. Morgenfrost und im Garten späte Himbeeren pflücken.



Was eines der schönsten Dinge am Herbst ist, ist das Licht. Es scheint immer anders. Durch den Nebel wird alles weicher. Man kann getrost ein bisschen später los für schöne Bilder, denn die Sonne kommt auch bei höherem Sonnenstand nicht durch die Wolken. Kommt die Sonne dann durch, taucht sie alles in ein zauberhaftes Licht. Dann spiegeln sich Tautropfen und man entdeckt die Spinnnetze. Diese Wunderwerke bekommen erst durch Tau und Frost ihren besonderen Zauber. Und auch wenn ich froh bin um jede Spinne, die unser Haus meidet, ihre Werke bestaune ich immer aufs Neue.



Aber nicht nur die Tier- auch die Pflanzenwelt bietet ein großartiges Schauspiel im Morgenlicht. Alles ist von Tau benetzt, die Köpfchen der Blumen wandern zur Sonne und viele weiche Farben zaubern bunte Flecke in die nebelumwobenen Wiesen. Man muss die Augen nur öffnen. Oft erscheinen uns diese Pflanzen als unscheinbar klein und wir übersehen sie. Der Blick fällt eher auf die knallroten Hagebutten oder die letzten Sonnenblumen. Aber unten am Feldrand, viel kleiner und feiner, finden sich die schönsten Blüten und Kunstwerke.



Und auch wenn es auf den ersten Blick alles recht farblos wirkt, wird der eigene Blick bei genauem Hinsehen Lügen gestraft. Zartes lila, gelb und pink finden sich. Ebenso erstaunlich helles grün, dass wie sonst immer mit Frühling assoziieren. Alles benetzt vom Tau der Nacht. Wer kann da allen ernstes behaupten, im Herbst wird alles grau. 



Überhaupt ist der Tau - so nass er auch ist - eines der schönsten Dinge (neben Reif/Frost), wenn man draussen fotografieren will. Er zaubert der Natur ein kleines Extra auf die Haut und gibt Raum für Entdeckungen, Spielereien und Motivsuche. Allein dafür loht es sich, auch bei Nebel, an die Felder und Wiesen zu gehen und die Kamera einzustecken. 



Ihr seht, ich bin total verliebt in diese Jahreszeit. Trotz nasser Füße und kalten Händen. Deshalb versuche ich auch, neben Fotos von genähten Werken auch noch Fotos von der Umgebung zu machen. Nach dem Motto "Wenn ich schonmal hier bin". Einfach, weil mir oft die Zeit fehlt, getrennt für "meine Werke" und "Natur" raus zu gehen und Fotos zu machen. 
Und weil mir das letzte Woche so unheimlich viel Spaß gemacht hat, beides zu kombinieren, werde ich das nun öfter tun. Umgebung erforschen und Bilder machen. Nicht nur die geplanten "Nähfotos". Dabei entsteht nämlich für mich ein wundervolles Gefühl, im Ganzen da zu sein, die Umgebung wahrzunehmen, ein Gefühl für den Ort zu bekommen. Und dann lassen sich auch die Modefotos besser machen. Mit diesem Gefühl für den Ort. 


Wenn man so will, ist das eine weitere Lektion auf meinem Weg zu guten Fotos von mir im Freien. Auch wenn heute gar kein einziges Bild von mir hier zu sehen war. *lach* Die folgen aber, keine Sorge. Jetzt wo ich wieder fit bin, sollte da langsam was passieren auf meinem Blog.

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1 Kommentar :

  1. Liebe Janine, die Bilder und der Text dazu eine Synphonie der Sinne. Sehr schön. Die Bilder ein Traum. Hast du grandios eingefangen. Ich bin auch so ein Jahreszeitenmensch, ich mag jede und keine könnte ohne die andere sein. Mag den Nebel im Herbst auch sehr.
    Liebe Grüße,
    Petra

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