Gestern war ich lange alleine unterwegs. So richtig geplant war das nicht, denn eigentlich wollte ich nur eine Weile in Ruhe zum Fotog...

weekly special #5 - Zeit für mich

16:17:00 Janine 1 Comments


Gestern war ich lange alleine unterwegs. So richtig geplant war das nicht, denn eigentlich wollte ich nur eine Weile in Ruhe zum Fotografieren raus. Aber wie das so ist, manchmal kommt es anders. Statt erfolgreich zu fotografieren, war ich wandern. Oder lang spazieren gehen - so richtig weiß ich nicht, was das war. Vielleicht am ehesten schlittern, denn am großen Ostersee war es sau glatt. 


Ich stapfte also gute 3 Stunden über Eis bei null Grad und grauem Himmel statt angekündigtem Sonnenschein und 8 Grad und war zuerst sehr frustriert. Denn es war nicht das, was ich wollte. Ich wollte Fotos machen, hatte aber andere Umstände erwartet (kam ewig zB auch nicht ans Ufer des Sees, weil Naturschutzgebiet). Nun war aber der Parkplatz bezahlt und ich schon 1 Std hingefahren, da geht man eben nicht gleich wieder heim.


So schlitterte ich also vor mich hin und wie das auch oft kommt, begann nachzudenken. Über dies und jenes und dann, nach gut 3/4 Strecke über die sogenannte "me time". Neudeutsch für "Zeit für mich". Das ist ein Thema, dass vermutlich sehr viele beschäftigt. Zumindest alle Mütter, die ich kenne versuchen diesen Punkt nicht aus den Augen zu verlieren, kämfen oft um Zeit für sich oder aber vernachlässigen diese Zeit weil andere Aufgaben rufen.

2016 war ich in Kur und sehr ruhelos. Sehr unzufrieden ohne Gründe benennen zu können. In den drei Wochen habe ich massiv entschleunigt und viele Punkte gefunden, die ich anders haben möchte. Einer der Punkte war: "Zeit für mich" - und zwar nur für mich. Ohne Medien, ohne Freunde. Nur "me, myself & I" oder so ähnlich.

Das ist gar nicht so leicht. Wie soll diese Zeit denn aussehen? Wie viel Zeit am Stück muss es denn sein? Was will ich denn da tun, in dieser Zeit? Schwierige Fragen.


Auch jetzt, nach fast einem Jahr seit der Kur, kann ich diese Fragen nicht wirklich beantworten. Ich kann mich nur rantasten. "Zeit für mich", das muss grundsätzlich erstmal gar nichts großes sein. Das darf im Alltag auch ganz klein sein. Das darf ein heißes Bad sein, wenn ich mal niemanden mehr hören (bzw sehen, hören tu ich sie oft immer noch) will. Das kann ein Abend vor einem Medium meiner Wahl sein, bei dem ich nicht will, dass mein Mann "wie langweilig" reinquatscht. Das kann sogar bewusstes allein einkaufen sein.
So etwas ist "me time" im Alltag, zwischen Terminen und mit Familie.

Aber um Akkus aufzuladen reicht das nicht. Da braucht es mehr. Deshalb, das habe ich 2016 gelernt, brauche ich längere Zeit für mich alleine, woanders. Wichtig ist dabei nicht unbedingt ein besonderes Programm oder eine bestimmte Zeitspanne. Wichtig ist für mich, nur mich zu haben. Niemanden sonst. Handy aus oder nicht mit dabei, Kamera in der Hand, Buch vor der Nase, Rad unterm Po, egal. Vier Stunden laufen oder einen Tag wandern oder ein Wochenende unterwegs sein. Egal. Wichtig bin in diesen Stunden oder Tagen nur ich. Mein Tempo, meine Vorstellungen, mein Rythmus.


Ich kann dann tagelang radfahren oder nur rumsitzen, stunden spazieren gehen oder Berge erklimmen, einen vormittag Bücher stöbern oder Kaffee trinken. Das, was momentan meiner Seele gut tut. Es ist wundervoll. Und droht leider immer wieder in Vergesseneit zu geraten. Weil so viel anderes vermeintlich wichtiger ist. Oder weil ich ein schlechtes Gewissen habe den anderen gegenüber. Meinem Mann zum Beispiel, der diese Zeit nicht einfordert.

Denn es ist ein egoistischer Entschluss, allein sein zu wollen, zu gehen, wenn auch nur für ein paar Stundeni oder Tage. Inzwischen haben wir gelernt, damit umzugehen. Mein Mann schmeißt mich manchmal raus ("Geh laufen, geh radfahren, dann bist du wieder besser gelaunt.") und ich fordere es öfter ein. Zumindest die kurzen Zeiten für einen Tag. Was noch nicht geklappt hat, sind die langen Abwesenheiten. 

Ich hatte mir fest vorgenommen, mich auf jeden Fall 1x im Jahr rauszuziehen für ein langes Wochenende. Das ist mir 2016 nicht gelungen. Natürlich war ich weg. Aber eben mit anderen. Freundinnen, Familie, ... Das ist aber keine "Zeit für mich". 
Ich wünsche mir, 2017 dieses Vorhaben umzusetzen. Denn ich glaube, dass es mir extrem gut tun wird. 2015 ist es mir erstmals gelungen und ich hatte wirklich eine gute Zeit.


Wie ist denn das bei euch? Müsst ihr um "me time" kämpfen, mit euch oder mit anderen? Oder habt ihr eine solche Zeit regelmäßig? So richtige Zeit nur für sich? Ohne input von aussen? Oder wollt ihr sowas vielleicht gar nicht? Seid ihr gern mit euch alleine? Das kann ganz schön schwierig sein, selbst zu schauen, was man tun will, sich nicht ablenken zu lassen.
Oder reichen euch kleine Fluchten?

Vielleicht mögt ihr ja mal erzählen. Ich plane jetzt mal gezielt ein Allein-Wochenende und ein paar Wanderungen für 2017. Außerdem schau ich mal, ob die Familie nicht mal wieder Verwandtschaftsbesuche vollziehen möchte ohne mich - denn auch allein zu Hause mit dem Rythmus einer Anfang 20jährigen ist unglaublich wunderbar - fernsehen und essen was man will und wann man will. *hehehe*








1 Kommentar :

  1. Ich kann dich so gut verstehen, liebe Janine. Seit dem letzten Jahr nehme ich mir meine Auszeiten, auch eine Woche alleine in den Urlaub zu fahren setze ich ganz konsequent durch. Allerdings muss ich dazu sagen, dass unser Sohn schon 19 Jahre alt ist. Trotzdem brauche ich diese Allein-mit-mir-Zeit, was zum Teil vielleicht auch meinem Job geschuldet ist. GsD ist mein Mann sehr verständnisvoll und unterstützt mich - du weisst ja happy wife...
    Herzlichst Ulla

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