Jeah, ich befinde mich mal wieder in einem Zustand von "Geschafft!" Die Zustände "Aaaah, so viel Arbeit!" und "S...

weekly special #8 - So ein Fernstudium ...

09:14:00 Janine 6 Comments

Jeah, ich befinde mich mal wieder in einem Zustand von "Geschafft!" Die Zustände "Aaaah, so viel Arbeit!" und "Studium, war was?" habe ich wie immer derzeit hinter und vor mir. Verwirrt? Ok, ich erkläre es euch. Denn heut möchte ich euch ein bisschen was über das Leben mit Fernstudium erzählen.

Wie einige von euch wissen, bin ich Fernstudentin. Und zwar an der Fernuniversität in Hagen. Studiengang Kulturwissenschaften. Hauptfach Geschichte, Nebenfach Literatur. Und wenn ich mir  meinen Sohn angucke, bin ich das schon lange. *eek* Ich messe meine Studiendauer nämlich immer am Alter meines Sohnes. Warum? Keine Ahnung. Vermutlich ist die Antwort ganz simpel: Als er ca 2,5 Jahre alt, war mir extrem fad im Kopf. Also ich hatte schon ordentlich zu tun, zwei Kinder im Alter von 2 und 5 sind auch nicht ohne, aber seien wir mal ehrlich: Geistig ist diese Betreuung nun keine Heruasforderung. Zum Glück, sonst wäre ich kläglich an der Erziehung gescheitert in den ersten Jahren vor lauter Bräsigkeit dank Schlafentzug.

Nach dem Modul ist vor dem Modul


Also musste was neues her und ich schrieb mich in Hagen ein. Weil: Erstes Studium abgebrochen, Lehre keine Option, Geschichte immer schon ein Wunsch, kein Abi nötig als Voraussetzung in Hagen (dafür aber eine Prüfung). Seit 2009 bin ich also Studentin der Fernuni und hab es nun endlich bald geschafft. Es war aber auch ein langer Weg.

Das tolle an der Fernuni ist, dass sie für Menschen wie mich gemacht ist. Menschen, die nicht hauptberuftlich Studentin sein können, die andere (tagesfüllende) Aufgaben haben. Deswegen trifft (ja man trifft auch in Echt) man dort vor allem auf "ältere" Menschen, auf Menschen mit Vollzeitjob und/oder kleinen Kindern. 
Und weil die Fernuni weiß, dass ihre Studierenden in der Regel weniger Zeit haben, gibt es zweierlei Möglichkeiten des Studiums: Vollzeit oder Teilzeit. Letzteres bedeutet halbierter Aufwand, doppelte Länge. Wobei man da recht flexibel sein kann und auch in Teilzeit schneller arbeiten darf. 

Ja und so lebe ich seit 7,5 Jahren* mit dem Zusatzstatus "Fernstudentin" mein Leben. Kein Zuckerschlecken, echt nicht. Jedes Semester, also zwei Mal im Jahr ein Modul mit Prüfung absolvieren, ein paar Präsenzveranstaltungen mitnehmen und sehr viel Selbstdisziplin, das ist seit langem mein Leben. Dabei bin ich eigentlich sehr wankelmütig und habe nicht oft einen langen Atem. Doch hier habe ich wohl die beste Kompination aus Freiheit und Verpflichtung erwischt. Eine Prise "genau mein Ding" rundet die Sache ab.

* Teilzeit wäre ich nach sechs Jahren fertig gewesen, allerdings kam mir das Leben dazwischen, mit all seinen Seiten, von wunderschön (Geburt des dritten Kindes) bis unfassbar traurig (Tod der Schwiegermutter) und vielen Erlebnissen dazwischen. 

 

Kommen wir zu den Zuständen "Aaah so viel Arbeit!" "Studium, war da was?" und "Geschafft!"

 

Denn letztendlich durchzieht sich so ein Semester oder auch Studium generell mit genau diesen Zuständen oder Phasen.
Entweder ich bin total relaxed und alles plätschert vor sich hin. Gerne mit einer größeren Runde Prokrastination (wird übrigens immer schlimmer, je länger ich studiere). Dann sieht studieren eher so aus:

Erstmal Kaffee
Definitiv ein Motivationsproblem

Lesen - ja, lernen - öhm ...


Oder aber ich bin richtig und voll drin, gerne kurz vor Schluss in der sogenannten Prüfungshochphase. Dann ist nix mehr lustig und meine Kinder machen lieber einen größeren Bogen um mein Arbeitszimmer. 

Bücher, überall Bücher

Lebenserhaltene Maßnahmen

Schreiben, Lesen, Lernen, Schreiben, Lesen ...


Wenn aber dann alles doch noch mehr oder weniger gut zu Ende gegangen ist, dann befinde ich mich im "Geschafft!" Zustand.

Vermutlich sehe ich genau so aus, wenn ich tanze

Licht am Ende des Tunnels

So wie gerade jetzt. Denn ein wichtiger Etappensieg ist errungen, das vorgeschriebene Praktikum habe ich absolviert und jetzt stehen nur noch zwei Prüfungen an, bevor ich meine BA Arbeit schreiben kann. Derzeit bin ich ein bisschen in der Schwebe, weiß mit der plötzlichen "Arbeitslosigkeit" nichts anzufangen und vertrödel sinnlos den Vormittag. Es ist wirklich jedes Mal das gleiche.

Ich finde dieses Studium eine unglaublich tolle Möglichkeit, den Kopf zu benutzen. Ich liebe es, mich mit Geschichte zu befassen und die recht freie Zeiteinteilung ist die Grundvoraussetzung, damit ich überhaupt studieren kann. Ich blicke grad viel zurück und nach vorne, sortiere mein Studium, denn bald ist es vorbei. Also, falls ich nicht in den Masterstudiengang wechseln will.

Allerdings brauchte ich echt viel Spucke, um so lange "auszuhalten". Die Disziplin, die es braucht - und den Rückhalt in der Familie, ganz wichtig! - ist schon groß. Es braucht vermutlich einen starken Willen und die Liebe zum Fach, um auch nach Pausen wieder einzusteigen. 

So ein Studium - gerade wenn es nebenbei laufen muss - ist auch ein bisschen eine Berg- und Talfahrt. Das Leben passt sich halt nur bedingt ans Studium an und so muss man letzteres öfter hinten anstellen. Das war beim Präsenzstudium nicht so. Da war man 100% Studentin. 

Berg- und Talfahrt

Tja, ich glaub, ich tanze noch ein bisschen rum. Denn bald geht's mit der Arbeit weiter. Die letzte Hausarbeit will geschrieben werden. Und zwar bevor wir im Sommer verreisen. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann: Zeit sieht immer nur lang aus, in Wahrheit ist aber am Ende immer sehr wenig übrig und es gibt sooo viel, was passieren kann: Feiertage, Ferien, kranke Kinder, selber krank, Urlaub, akute Unlust (der schlimmste Zustand!) oder Familienfeiern. 

Falls es euch aber kitzelt, so ein Studium - versucht es. Wirklich! Informiert euch, schaut euch die Angebote an. Man ist nie zu alt dafür und es ist vergleichsweise günstig, was die Gebühren angeht. Außerdem gibt es keinen Druck, bis Semester X fertig zu sein. Ich kann natürlich das Studium der Kulturwissenschaften nur empfehlen, sonst wäre ich ja nicht schon so lange am Ball, ne. Aber Hagen bietet auch noch andere Richtungen.

So, jetzt geh ich aber noch ne Runde im Haus rumhopsen, dann überlege ich mir, was ich alles machen will/kann/soll in den kommenden Tagen und dann kümmere ich mich mal um meine nächste Prüfung. 

Verlinkt zu Montagsfreuden.

Herzlich,

Janine


Kommentare :

  1. Mit großem Interesse gelesen! War sehr gerne Studentin, wollte auch wieder nach der Pensionierung studieren, aber da gab es auf einmal etliche familiäre Verpflichtungen und : das Bloggen! Denn dort habe ich mir inhaltlich einige Bereiche geschaffen, die ein Selbststudium erfordern. Und das ist auf meinem heimischen Lieblingsplatz komfortabler...
    Icdh wünsche dir weiterhin gutes Gelingen!
    Astrid

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    1. Danke liebe Astrid. Die letzten Meter sind bekanntlich die zähesten.
      Janine

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  2. danke für die Erklärung. ich bin oft im wickel-wackel, ob ich es auch wagen soll, aber ... ich bin mir leider sicher, dass ich nicht genug zeit dafür habe. danke für deine ausführliche Erklärung, da hatte ich das gefühl, endlich auch richtig zu studieren.

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    1. Schön, dass dir mein Beitrag von Nutzen war. Es stimmt schon, so ein Studium fordert Zeit. Allerdings muss man sich vielleicht auch frei machen von den Zwängen, möglichst schnell fertig zu sein. Gerade und besonders, wenn man es nicht als 1. Priorität im Leben macht, sondern zusätzlich.

      Janine

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