Soho, jetzt versuche ich mich (auch) mal in einer Art Buchrezension. Wobei, eigentlich wird es wohl eher ein Beitrag mit dem Verweis &qu...

Goodbye Zucker - oder doch nicht? Ein Blogbeitrag, ein Buch und die Folgen

13:10:00 Janine 5 Comments


Soho, jetzt versuche ich mich (auch) mal in einer Art Buchrezension. Wobei, eigentlich wird es wohl eher ein Beitrag mit dem Verweis "Kann Spuren von Buchrezension behinalten"


Ich muss ausserdem eh ein bisschen ausholen, sonst komme ich gar nicht zu einem schlüssigen Text und ihr denkt euch nur "Was will sie denn?"

Zuckerfrei

Eigentlich beginnt alles mit dem Blogbeitrag Diary #endlichzuckerfrei: das ist der Plan und so läuft es Tag 1-10 von Frids aka 2kindchaos. Den habe ich gelesen und fand ihn erstmal grunsätzlich spannend. Also ihren Plan und das Thema "Zuckerfrei". Mehr passierte oberschwellig aber nicht. 

Ja, sie hat ja recht. Nee, Zucker braucht der Mensch nicht. Aber ... Och ne, das kommt mir nicht in die Tüte. Kein Süßes, ok. Aber keine Marmelade? Kein Kuchen? Forver?! Nee also bitte. Außerdem übe ich mich 2017 doch schon in "zurück zum Vegetarismus". Reicht doch, oder?

So. Unterschwellig aber muss da was losgetreten worden sein. Dafür mal ein Wink und ein Danke an Frida. *bussi* Denn ich musste immer wieder drüber nachdenken. Anfangs nur ab und an mal. Dann kamen die weiteren Beiträge zum Thema auf Fridas Blog dazu. Über Durchhalten und Rückschläge ...

Und eh du dich versiehst, stehste im Buchladen. *gacker*
EIGENTLICH war ich dort nur, um meine Fachbücher abzuholen und ein Kochbuch für jemanden zu kaufen. Jetzt ist die Kochbuchabteilung aber für mich ähnlich wie die Nähzeitschriften-Ecke. Unumschiffbar. Ich liebe, liebe, liebe Koch- und Backbücher. Lustig, bedenkt man den unteridischen Aufwand, den ich beim Kochen betreibe! 
Ja und beim stöbern fiel mir "Goodbye Zucker - für immer" von Sarah Wilson in die Hände. Und ich denk so "Ei guck, Zuckerfrei, wie passend. Aber das Buch war doch mit Zitronen und nicht Limetten drauf." (In Echt dachte ich lediglich: "Das war doch gelb und nicht grün", wollen wir mal ehrlich sein. War so in meinem Kopf abgespeichert, ohne weitere Infos) 
Nach ein bisschen Geblättere und lesen stelle ich also fest: Das ist der zweite Band. Und ja, der erste ist gelb und lag mal in der Buchhandlung aus. Lustiges Gedächtnis, das meinige.

In einem Anflug spontaner Kaufsucht habe ich nebem dem Erwerb diverser anderer Bücher Sarah Wilsons erstes Zuckerfrei Buch also bestellt (war leider nicht mehr im Regal) und fing zuhause an, im Netz nach "zuckerfrei" zu suchen. Da finden sich ein Haufen Blogs, Ernährungsseiten und ich stellte fest: Da geht was. Das läuft auch schon länger.

Seit kurzem habe ich nun auch das Buch "Goodbye Zucker - zuckerfrei glücklich in 8 Wochen" (wesentlich besserer Originaltitel: "I quit sugar") in der Hand, es angelesen, die Rezepte begutachtet und nun rattert mein Hirn. Es rattert und rattert. Eigentlich schon seit ein paar Tagen, seit der Internetrecherche.


Ich habe Fragen: 

Will ich zuckerfrei leben? Oder zuckerreduziert? 
Kann ich das? (Mögliche Antwort darauf: Wenn ich will, ja. 40 Tage ohne Süßigkeiten habe ich ja auch geschafft)
Was ist denn nun mit "Zuckeraustauschstoffen"? Honig ja oder nein? Sirup (Agave nein, aber Reis- oder Kokosblüten -)? Stevia?  
Wie ist denn die Ökobilanz, wenn ich lauter Zeug importieren "muss" für mein Essen - Aber muss ich das denn?


Ich habe aber auch Aussagen:

Ich bin doch bestimmt nicht so abhängig, ich konnte ja schonmal ohne Süßigkeiten (s.o.).
Ach, in so viel meines Essens ist doch kein Zucker.
Nee, aber ich fang damit nicht vor unserem Australienurlaub an. Neee.
Oh, dann nehm ich ab!
Möööp, jaja, Frau Wilson kocht gern und ist sonst voll sportlich und super schlank und hach was weiß ich was - da will ich schon gar nicht mehr mitmachen. (Oha, ich kann so garstig sein, wenn ich im Abwerhaltungsmodus bin)


"Goodbye Zucker - Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen":  Über das Buch

So, wie ist es denn nu, das Buch? Taugt es mir? Was steht drin?

1. Es ist eine auf acht Wochen angelegte Umgewöhnung. Also kein von 0 auf 100 Programm. Grundlage der acht Wochen ist die Erkenntnis, dass neue Gewohnheiten immer eine Zeit brauchen - Sarah Wilson schreibt von 21 - 66 Tagen. Das heißt, Sarah Wilson "begleitet" einen über acht (oder mehr) Wochen zum Zuckerverzicht.

2. Es ist mir unglaublich sympathisch, dass der Focus auf Seelenpflege liegt. Kein "nur die Harten komm' in Garten", sondern ein "Sei lieb zu dir selbst". Auch beim Thema Rückschläge.

3. Von der Aufmachung ist es genau mein Ding. Und das ist wichtig. Es muss optisch auch einfach hübsch sein und meinen Geschmack treffen. Sonst hat es das Buch schwer, genutzt zu werden.

4. Neben Texten rund ums Thema (nicht wahnsinnig wissenschaftlich vertieft, aber ausreichend für den Anfang) finden sich auch 108 Rezepte im Buch, die einem helfen können.

5. Sarah Wilson verzichtet nicht gänzlich auf Austauschstoffe. Stevia und Reissirup kommen in ihren Rezepten vor. Sie erlaubt sich damit eine maximale Menge von 5-9 TL (= ca 25-45g) Zucker am Tag Zum Vergleich: "normal" ist bei uns eine Menge von 35kg/pro Person/pro Jahr. Macht 96g am Tag = ca. 19TL. Empfohlen wird seitens der WHO max. 12 TL, (6 TL freier Zucker).* Nur zu Beginn soll man alles vermeiden, auch Obst. Dazu sind viele Rezept auch gluten- und getreidefrei. Etwas, was ich für mich nicht brauche.
 *Quelle: Bericht auf 3Sat, 2015 und DGE 2015 

6. Dafür finden sich auch Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan des Buches. Genau so wie Milchprodukte. Letztes ist für mich passend, die Fleischgerichte fallen halt raus.

7. Was sich auch findet, und mich irritiert: Rezepte mit "xy auf Toast". Toast? Also mein hier käufliches Toastbrot ist bestückt mit Zucker. Ist das in Australien anders? Ein Toast- Rezept gibt es nämlich nicht.

Ich dreh jetzt noch eine Pirouette und gehe zu einigen meiner Aussagen und Fragen zurück:

Wie ist das nun mit den Ausstauschstoffen? Ich versteh's noch nicht. Auf diversen gesund Leben/zuckerfrei Seiten findet sicher eher eine Ablehung von Ersatzstoffen, höchstens mal selten Honig. Sarah Wilson widerum streicht Honig (warum? Hab ich noch nicht rausgefunden) aus der Ernährung und nimmt zB Stevia.
Darüber möchte ich noch nachdenken, also für mich. Was möchte ich machen. Stevia sicher nicht, das schmeckt scheußlich, find ich. Also lieber selten dann Honig? Oder Reissirup?

In den Rezepten kommen immer wieder Kokos-Produkte und Mandelprodukte vor. Nun wachsen bei uns weder Mandeln noch Kokosnüsse und auch die gern genommene Avocado ist hier nicht heimisch. Da komme ich also wieder zur Frage der Ökobilanz. Aber die muss ich mir ja immer und immer wieder stellen. Auch bei Tofu und Ananas. 

Die Sache mit dem Abnehmen. Ja, vielleicht könnte das helfen. Ein Großteil meiner Polster verdanke ich mit Sicherheit dem Zucker. Aber ich möchte das nicht zur Grundlage aller Überlegungen machen. Denn als Diät versteht sich diese Ernährung ja grad eben nicht. Gewichtsverlust kann ein netter Nebeneffekt sein. Aber als Ziel ist es gänzlich ungeeignet - nachher höre ich einfach wieder auf, äh fange mit Zucker wieder an, wenn ich ein Gewichtsziel erreicht hab.

Und ja, vielleicht habt ihr schon geschmunzelt vorhin - ich weiß eigentlich, dass ich mich mit "sooo Abhängig bin ich doch gar nicht" echt selbst beschummel. Genau wie mit der Verdrängungsaussage "da ist schon nicht so viel Zucker drin in meinem Essen". Allein das alles wirklich mal anschauen und druchrechnen/recherchieren, das traue ich mich irgendwie nicht.


Also ab sofort Projekt Zuckerfrei?

Nein. Also vielleicht. Ach ich weiß nicht. Ich brauche noch Zeit, muss noch ein bisschen schwanger gehen mit dem Thema. Auch mit der Frage, wie gehe ich es an? Wie kann und will ich das machen?
Würde ich jetzt die acht Wochen nach Sarah Wilson machen, dann stünde am Ende eine Flugreise von 24 Std mit Flugzeugessen und Australien auf dem Plan. Bedeutet: Boardmahlzeiten unbekannter Zusammenstetzung und fremdes Land mit anderen Zutaten in den Packungen/andere Lebensmittel (auch verpackte).

Das Ende vom Lied wäre eine Ausnahme nach der nächsten, eine demotivierte "ach jetzt ist es auch zu spät" Haltung, schlechtes Gewissen und im September ein Stand wie heute.
Ich kenn mich, das geht nicht.

Aber so generell möchte ich das Thema nicht aus den Augen verlieren. Denn mal ehrlich: Zucker als isolierter Stoff ist für unseren Körper wirklich im besten Fall sinnlos, im schlechtesten Fall ungesund. Und selbst, wenn man sagt, bestimmte Sirupsorten oder Honig sind ok, so glaube ich, dass der Verzicht auf industriellen Zucker und Zucker aus Säften das richtige ist.

Jetzt überlege ich also erstmal, wie ich es mit dem Thema halten will und gebe mir ein erstes Ziel: Reduzieren von Süßigkeiten/mehr Verzicht auf den offensichtlichen Zucker. Bewusster wahrnehmen, was ich esse. Vor allem die Frage nach den Zuckersorten möchte ich noch klären. Was gibt's und was ist pfui bäh und was in Maßen ok?

Veränderungen brauchen Zeit. Und ob ich nun acht oder sechzehn Wochen brauche, ob ich Hebst 2017 zuckerfrei bin oder erst 2018 beginne - was soll's.

Ein paar Rezepte aus dem "Goodbye Zuckerfrei" Buch werde ich aber machen, da war einiges leckeres drin. Viele sind aber auch "unwichtig" für mich, ich koche ja jetzt schon ohne Zucker. Außer es gibt Fertigessen in Form von Pizza oder die phöse Fertigsauce für "Mama hatte null Zeit und/oder null Bock auf kochen, es gibt Nudeln mit Soße-aus-dem-Glas" Tage.
Größte Hürde wird wirklich das Frühstück. Ich bin der Inbegriff des süß frühstückens und so viel leckere zuckerfreie Müslis gibt's eben nicht. Und Mo - Fr hab ich sicher keinen Nerv und/oder Zeit für Omelette und Co.


Puh, das war viel Text heut, was? Ich bin ja mal gespannt, ob unter euch auch jemand solche Gedanken hat oder sogar schon zuckerfrei lebt. Sollte sich was nennenswertes zum Thema bei mir tun, werde ich berichten.

Herzlich,
Janine

Kommentare :

  1. Liebe Janine!
    Ich hatte jetzt endlich Zeit deinen Beitrag zu lesen! Und ich habe mich nicht umsonst gefreut drauf! Ich liebe deinen Humor!
    Aber mal abgesehen davon, danke für die tolle Recherche! Ich habe das Buch jetzt auch schon bei anderen entdeckt. Habe aber nichts Näheres gehört. Ja das Zucker Thema ist seit Jahren aktuell. Finde diesen Trend eigentlich gut aber eben sehr schwer umzusetzen.vor allem mit Familie. Außer die mögen gesunde Ernährung... Meine Männer gehören da leider nicht dazu.
    Kennst du den Film "voll verzuckert"? Da geht's genau um das Thema und ist auch ein Australier! Sehr zu empfehlen! War ein eyeopener!
    Ich bin gespannt wie es weitergeht bei dir! Vielleicht lass ich mich anstecken. Zumindest ein bisschen 😉
    Bussis Andrea

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  2. Ach ja, ich habe vor ein paar Jahren, bei meinem ersten zuckerfreien Selbstversuch diesen Blog hier gefunden.http://www.katharinakocht.com/projekt-zuckerfrei/
    Vielleicht ist das ja eine Rezept Alternative!?

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  3. Liebe Andrea,
    also erstmal danke für ein Lob zum Beitrag. Das hat mich ehrlich gefreut. :)
    Und dann zum Thema...
    Mein Mann hat klar gesagt, er macht nicht mit. Was bedeuten wird, er isst weiter Süßes und gezuckerte Dinge. Was das gekochte Essen angeht, isst er aber immer mit, egal ob vegetarisch oder was auch immer.
    Auch die Kinder werden so nicht mitmachen, höchstens in Form von reduzierter Zuckermenge. Wenn sie es nicht merken, vielleich? Darüber denke ich noch nach und möchte auf jeden Fall noch was schreiben.
    "Voll verzuckert" kenne ich nur vom Hören, selbst gesehen habe ich ihn noch nicht. Lustig, dass es gehäuft Australier sind, ist ja nicht grad das Vorzeigeland der gesunden Ernährung. *hehe* Vielleicht deshalb?
    Den Blog hab ich auch schon gesehen und ein bisschen drin gestöbert.
    Danke.
    Liebe Grüße
    Janine

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  4. Sehr interessant dein Bericht, liebe Janine! Wir (ein Teil unserer Familie) hat gerade auch eine zuckerfreie Challenge in Angriff genommen. Mit dem betreffenden Büchern, die du offenbar auch als Grundlage hattest, kommen wir nicht wirklich klar. Zumal wir uns vegetarisch und teils sogar vegan ernähren. Aber man lernt nie aus. Spannend & lehrreich ist es auf jeden Fall.
    Liebe Grüße,
    Sabine

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    1. Liebe Sabine,
      ja ich finde auch nicht, dass es unbedingt neue Rezepte braucht, wenn man eh selbst kocht. Ausser eben bei süßen Speisen oder Frühstück - da fehlt es mir an Ideen.
      Aber ich fand für den grundlegenden Einstieg das Buch richtig gut, weil es mir ein paar Dinge erklärt hat und ich irgendwie immer ein Buch an der Hand brauch, das mich motiviert :)

      Viel Erfolg und Spaß bei euer Challenge.
      Janine

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