Hui, die Ferien und mein persönliches Überarbeitungskonto machen sich auch hier im Blog bemerkbar. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun. Da war ...

Endlich wieder bloggen - Zum Auftakt gibt's erstmal eine Tasche

10:34:00 Janine 6 Comments


Hui, die Ferien und mein persönliches Überarbeitungskonto machen sich auch hier im Blog bemerkbar. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun. Da war es einfach nötig, in den Ferien vom Gas zu gehen und gar nicht mehr zu müssen und sollen. Daher auch hier Ebbe in Sachen Beiträge.

Dabei stapeln sich diesmal sogar Projekte und Beitragsideen. Sonst blogge ich ja mehr so in den Tag hinein, aber diesmal scheint mir, als habe ich bis zu den Sommerferien genug Stoff zum verbloggen. Ein komisches Gefühl. Aber auch ein schönes.

Deswegen mache ich heute mal den Anfang mit einer Tasche. Taschen nähen, das liebe ich ja. Das ist wie Yoga. Ich weiß nicht wieso, beim Kleidung nähen ist das nie so. Aber Taschen ... Entspannung pur. Deshalb - und weil ich inzwischen durch meine Adventsaktion für Ärzte ohne Grenzen kaum noch Taschen besitze - habe ich mir eine neue Tasche genäht. Eine Tasche für meine Nikon.


Denn wer eine gute Kamera besitzt, möchte sie auch gut verpackt wissen. Und wer zu allem Überfluss auch noch näht, der weiß, dass sich auf dem Markt wenig hübsche Taschen finden. Jedenfalls geht es mir so. Irgendwas gefällt mir immer nicht.


Also habe ich mich auf die Suche begeben nach einem mich ansprechendem Schnitt und bin bei der Ansel Kameratasche von Sara Lawson aka Sew Sweetness gelandet. Bisher das Modell, das mir am ehesten zusprach. Besonders die drei Größen haben mich überzeugt, so konnte ich mir das Modell nähen, dass meinen Ansprüchen genügt. Wobei ich da rückblickend etwas zu sagen muss: Ich habe zunächst das kleinste Modell genäht und dachte, es wäre super für "nur Kamera einpacken und los". Die zweite Größe hatte ich im Hinterkopf für Kamera + extra Objektiv. Mehr so für verstauen und wenn mal alles mit muss. Nach dem Fertigstellen musste ich aber erkennen, die kleinste Größe ist zu groß. Also zu groß für die Kamera allein. Jedenfalls, wenn man kein Tele aufgeschraubt hat. Deshalb habe ich getrickst um sie für meine Ansprüche zu optimieren. Das zeige ich euch weiter unten.


Hier also die geballte Ladung pink mit zwei sogenannten Streichelstoffen, die zusammen meiner Meinung nach sehr gut harmonieren. Eigentlich wollte ich dazu schicke Metallschnallen verwenden, aber die waren, genau wie die Stoffe, eigentlich für das 2. Modell gewählt und so hätte ich eine Schnalle über gehabt (in der kleinsten Größe braucht es nur eine Schnalle). Daher habe ich darauf verzichtet und zur einfachen Plastikschnalle gegriffen. Ist auch ok. Vielleicht nähe ich mir Modell 2 doch noch mal, für das ganze Equipment zur Aufbewahrung oder ggf Transport. Aber wer soll das schleppen? Das Zeug wiegt so unglaublich viel.


Wie schon geschrieben, war mir die Tasche tatsächlich zu groß. Wenn meine Kamera drinnen lag, hatte sie sehr viel Spielraum und das wollte ich eigentlich vermeiden. Was tun?
Bei den größeren Taschen sind Trennwände eingeplant, die man dank Klett ein- und ausbauen kann. Das, so dachte ich, kann man doch auch für meine kleine Tasche machen. Nun war sie aber schon fertig zusammengenäht. Hm hm.


Da die Innen- und Außentasche der Ansel aber erst im letzten Schritt mittels Schrägband am oberen Rand zusammengenäht wird, ist ein Auftrennen gar nicht so problematisch. Und da ich auch mit der Öffnung nicht zufrieden war, stand Schrägband auftrennen und die Tasche auseinandernehmen eh auf der Tagesordnung.


So habe ich also eine Trennwand zugeschnitten. Nach den Maßen der größeren Taschen, denn die Tiefe und Höhe bleibt bei allen drei Größen gleich. Diese Trennwand habe ich per Klettband auf 1/3 der Tasche angebracht. So ist sie zwar nicht variierbar auf der Breite, aber ich brauche eh nur dort eine Trennwand oder keine.  Jetzt kann ich meine Kamera mitnehmen + ein extra Objektiv oder aber Kamera + Geldbeutel, Handy und alltägliches Zeug - perfekt für Unterwegs mit Kamera.


Warum war ich aber, wie oben erwähnt, mit der Öffnung nicht zufrieden? Oben wird die Tasche "nur" mit einer Klappe verschlossen. Beim Tragen klaffen die Seiten aber immer ein bisschen auf und auch so finde ich es einfach nicht toll, wenn quasi nur ein Deckel über der Kamera ist. Da kann ja alles reinfliegen und reinlangen was/wer will.


Deswegen hatte ich also vor, die Tasche nochmal auseinander zu nehmen. Denn ich hatte mir eine Verschlusslösung überlegt. Angeregt durch die Pack's ein! von Farbenmix plante ich einen Tunnel zum Verschließen.


Das ist einfach und doch genial. Man misst den Umfang (innen!) der Tasche aus, nimmt das Maß + 2cm (Nahtzugabe) und schneidet 2 Streifen zu. Die Höhe ist abhängig von der Größe der Tasche. Ich habe bei meiner die Breite der Taschenöffnung gemessen und halbiert.


Zusätzlich schneidet man noch einen Streifen in der gleichen Länge aber in einer Breite von 4-5 cm zu. Das wird der Kordeltunnel. Diesen an den schmalen Enden 1 cm umchlagen und umnähen, dann links auf links der Länge nach falten und bügeln. Die zwei breiten Streifen je an den schmalen Seiten zusammennähen. Dann den Kordeltunnel rechts auf rechts zwischen beide Streifen legen.



Heißt: Breite Streifen rechts auf rechts, Kordeltunnel dazwischen. Einmal ringsum zusammennähen, wenden, bügeln, ggf absteppen.
Den fertigen Verschusstunnel habe ich dann einfach in letzten Schritt, bevor das Schrägband an die Reihe kommt, schmalkantig an die Tasche genäht und zwar einfach in die Innentasche. Offene Kanten schauen alle nach oben. Durch das Schrägband wird Außen- und Innentasche miteinander verbunden und der Tunnelverschluss gleich mit. Jetzt nur noch Kordel einfädeln und Stopper dran - fertig.


Jetzt in dieser modifizierten Variante bin ich super zufrieden. Ob ich jetzt noch eine weitere Nähe weiß ich nicht. Jedenfalls nicht vorm Sommer :)


Fotografiert habe ich die Tasche übrigens im Hofgarten des Daschauer Schlosses. Von dort kann man nicht nur herrlich bis nach München blicken (und manchmal die Berge sehen), sondern auch in Blumenpracht schwelgen und an der Amper spazierengehen - inklusive super tollem Spielplatz für die Kinder.


Ich verlinke mich jetzt noch rasch und versuche wacker die letzten Schulwochen über die Bühne zu bringen. Noch sechs Wochen bis Abflug!

Verlinkt zum Creadienstag und Taschen&Täschchen  







Kommentare :

  1. Wow... Habe auch seit einiger zeit ein Schnittmuster für eine Kameratasche hier rumfliegen, aber bislang hatte ich nie die Muße... Jetzt bin ich etwas neidisch auf Dein Resultat *lach*

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    1. Welches Schnittmuster hast du denn rumfliegen? Ich bin sicher, der Neid verschwindet, wenn deine erstma fertig ist. *lach* Stell die Maschine in einen kühlen Raum und näh dich durch die Sommerhitze ;)

      Janine

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  2. Liebe Janine,
    deine Tasche sieht super aus. Und so aufwendig und dann noch deine Nachbesserungen - gefällt mir sehr gut. Wie du das so beschreibst musste ich denken "kommt mir bekannt vor": bevor ich nicht zufrieden bin, trenne ich auch lieber auf. Es lohnt sich immer, auch wenn man kurz vor dem Aufwand zurückschreckt.
    Liebe Grüße
    Resa

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    1. Liebe Resa, gell, wenn man es schon selbst macht, dann soll es auch so sein, wie es einem gefällt. Nicht umsonst kann man ja nähen :) Sie wird schon super oft getragen und ich freu mich schon drauf, sie auch nach Down Under mitzunehmen.

      Herzlich, Janine

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  3. Perfekt würde ich sagen. Das ist das Schöne am Nähen, man kann alles nach seinen Vorstellungen anpassen.
    Herzlichst Ulla

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    1. Liebe Ulla, danke. Ja, das ist wirklich das Schöne am Nähen. So lange werkeln bis es einem gefällt und nach eigenem Gusto Änderungen einbauen.

      Herzlich,
      Janine

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