Bis vor kurzem musste ich noch gestehen: "Ich war noch niemals in Paris". Aber ich habe ja das beste Konfirmandenkind der Welt ...

Paris - Je t'aime (Mittwochs mag ich)

08:03:00 Janine 2 Comments


Bis vor kurzem musste ich noch gestehen: "Ich war noch niemals in Paris". Aber ich habe ja das beste Konfirmandenkind der Welt und das hat mich zu einem Städtetrip in Frankreichs Hauptstadt mitgenommen. Ist das zu fassen? Sie hat sich nämlich anlässlich ihrer Konfirmation eine Parisreise gewünscht, also Geld für selbige, und hat mich gebeten, mitzukommen.



So stiegen wir in den Pfingstferien in den TGV nach Paris und verbrachten dort vier Tage voller Kultur, Großstadtflair (und -lärm) und Auffrischung meines A1/2 Niveaus in Sachen französischer Sprache.




Ich weiß gar nicht, wo anfangen und wo aufhören. Es gibt so viele Fotos. So viele Eindrücke. So viel Erinnerungen. Wir haben natürlich das klassische Programm absolviert: Eiffelturm - Louvre - Seine - Arc de Triomphe - Notre Dame - Sacre Coeur




Was man halt so tut als unerfahrene Touristen. Wobei wir uns einig waren, dass wir nicht stundenlang anstehen werden, nur um irgendwas zu besichtigen. Dann lieber umschwenken auf andere Orte. Und deshalb waren wir auch nicht - leider, leider - auf den Türmen von Notre Dame. Dabei hätt ich die Wasserspeier gern gesehen. Aber mindestens eine Stunde anstehen in der prallen Sonne, das muss nicht sein. Auch "verpasst" aufgrund extremer Erschöpfung und Reizüberflutung habe ich Saint Chapelle. Das muss ich unbedingt nachholen!




Dafür waren aber die anderen Orte nicht überfüllt. Zum Beispiel Sacre Coeur. Dieses am Morgen zu besteigen ist sehr sinnvoll. Und dort ein mitgebrachtes Croissant, Baguette und Kaffee auf einer Parkbank zu frühstücken hat ungemein Stil. Die meisten Touristen kommen erst nach dem Frühstück herauf.






Auch das vorgebuchte Ticket fürs Louvre war sinnvoll. Wobei selbst an der normalen Kasse zu unserer Zeit nicht viel los war. Denn das Louvre hat Mittwochs bis 22 Uhr auf. Abends ist es zwar nicht leer, aber bei weitem nicht so überfüllt wie tagsüber. Dennoch, es ist einfach viel besser, gleich mit gezücktem Ticket hinein zu kommen, als erst noch Schlange zu stehen. Dank Onlinekauf ist das auch alles ganz entspannt.





Wer nur wegen der Mona Lisa kommt, sollte sich meiner Meinung nach selbst einen Gefallen tun und auch die anderen Kunstwerke betrachten. Denn von Mona bekommt man wenig mit. Zum einen ist sie wesentlich kleiner als man denkt, dann auch noch hinter Glas und umringt von unfassbar vielen Touristen. Da kann ein Bild gar nicht mehr wirken. Dafür aber ein Bild von Menschen, die Bilder von sich mit Mona machen.
Andere Bilder und Statuen wirken aber auch beeindruckend und es gibt so manches bekannte Kunstwerk zu sehen. Also: Zeit mitbringen und Mona vielleicht am Anfang kurz besuchen und dann das Museum erkunden.




Auf dem Eiffelturm waren wir nicht oben. Ich finde Paris von oben ohne Eiffelturm nicht so spannend, ausserdem habe ich latente Höhenangst und ich war mir nicht sicher, ob ich da oben nicht doch Probleme bekomme. Da meine Tochter auch keine Ambitionen zu einer Turmbesteigung hatte, haben wir das Treiben lieber von unten betrachtet und sind den Unmengen an Souvenierverkäufern aus dem Weg gegangen. Man kann sich vor Blecheiffeltürmen, elektischen Plüschhunden, teurem Wasser oder Rosen fast nicht retten. Trotzdem: Zum Eiffelturm muss man gehen. Oder ihn umfahren per hop on-hopp off-Bus. Oder entlangschippern mit dem Bateaux Bus. Wir haben alles davon gemacht. :)



Einen wirklich schönen Blick hat man übrigens vom Arc de Triomphe aus. Besonders zur blauen Stunde/Sonnenuntergang. Kostet kaum was und ist wirklich ein schöner Ort, um über die Stadt mit der Champs Elysées und dem Eiffelturm zu blicken.

Überhaupt: Kinder, Jugendliche und EU Bürger bis 25 Jahre haben an vielen Orten freien Eintritt. Das macht den Besuch doch gleich erschwinglicher. 




Ansonsten haben wir es uns vor allem gut gehen lassen. Chillen im Parc du Luxembourg, Touribus fahren nach Lust und Laune, Spaziergänge durch das Quartier Latin, Montmartre und St Germain und einfach nur die Stadt erleben.




Mit all ihren Sonderbarkeiten. Wie das andauernde Hupen der Autofahrer zum Beispiel. Im allgemeinen der Verkehr. Unfassbar und für uns etwas, was man nur staunend und kopfschütelnd zur Kenntnis nimmt. Aber wenn es funktioniert ...
Oder sich nicht einfach selbst einen Platz zu suchen im Restaurant. Diesen Reflex muss man einfach unterbinden und sich einen Platz zuweisen lassen.
Auch die Menschenmassen, verrückt. Ich frage mich, wie Pariser das sehen. Da denkt man, in München seien viele Touristen, aber das ist ja nix im Vergleich zu Paris.
Auch einfach anders und befremdlich sind die ganzen bewaffneten Polizisten. Und Sicherheitskontrollen überall. Verständlich und doch irgendwie beklemmend. Wobei das sicher eine Frage der Wahrnehmung ist. Die Amerikaner in der Schlange vor uns am Notre Dame fühlten sich nach eigener Aussage dadurch "very safe". 


Es waren unvergesslich schöne Tage, von denen vor allem meine Tochter lange zehren wird. Und ich bin froh, dabei gewesen zu sein. Und wir werden wieder hinfahren. Ganz bestimmt. Denn ich habe ein paar Dinge einfach nicht sehen können.

Geschlafen haben wir übrigens dank eines lieben Tips im Hotel Batignolles, ein gut erreichbares Hotel ohne besonderen Chichi aber dafür wirklich hübsch eingerichtet und nicht mitten im Trubel. Gefrühstückt wird natürlich unterwegs. Überall kann man sich ein kleines Frühstück kaufen, dagegen ist ein Hotelfrühstück einfach überteuert.

Ich lasse euch meine Eindrücke jetzt mal hier und auch bei Mittwochs mag ich. Follein Pfau ist nämlich - hoffentlich erholt - aus der Kur zurück!


Kommentare :

  1. Liebe Janine,
    richtig schöne Bilder hast du gemacht und da ich schon zweimal in Paris war, erkenne ich vieles wieder. Toll. Ja von der Mona war ich auch total enttäuscht, kann aber generell mit Bildern nicht so viel anfangen, war von der Decke und den Säulen angetan.
    Liebe Grüße,
    Petra

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